10 Ideen für mehr Spass bei der (langweiligen) Hausarbeit


Zum Erwachsensein gehören Verpflichtungen dazu. Und gerade wegen der Hausarbeit muss man jede Woche aufs Neue «ganz erwachsen» Zeit mit Dingen verbringen, die man nicht so mag. Aber wer sagt denn, dass man sich nicht auch Unangenehmes angenehm gestalten kann?! Deshalb hier ein paar Inspirationen, wie du auch die langweiligsten Aufgaben unterhaltsamer gestalten kannst. Denn schon ein bisschen Spass erleichtert die Arbeit und bringt mehr Abwechslung in das alltägliche Einerlei.



1. Let's party!


«Mit Musik geht alles besser.» Und meiner Meinung nach stimmt das besonders für die Hausarbeit.

Die richtigen «Gute-Laune-Rhythmen» können das Putzen, Bügeln und Kochen zu einer Party machen, sie verleihen dir den nötigen Schwung und zaubern dir ein Lächeln ins Gesicht.

Mein Tipp: Spotify bietet verschiedene Playlists speziell für (noch) ungeliebte Hausarbeiten. Suche einfach nach «cleaning motivation» oder «Putzen, Aufräumen, Wäsche waschen, Kochen». Du findest bestimmt etwas Passendes für dich.

Und wenn du spürst, dass dir die Rhythmen «ins Blut gehen», dann leg einfach eine kleine Tanzpause ein! So dauert die Arbeit vielleicht ein kleines bisschen länger, aber dieser «Stimmungsaufheller» ist jede Sekunde wert.


2. «Wettlauf gegen die Zeit»


Hast du schon mal die Zeit gestoppt, wie viele Minuten du tatsächlich für eine bestimmte Aufgabe brauchst?


Ich hatte zum Beispiel die Angewohnheit, das Badputzen vor mir herzuschieben, weil es immer «e-w-i-g» dauert. Bis ich einmal die Zeit gestoppt und festgestellt habe, dass ich nur knapp 15 Minuten dafür benötige. Also ist es eigentlich keine grosse Sache und lässt sich gut irgendwo dazwischenschieben.


Dieses Bewusstmachen der tatsächlich benötigten Zeit kann unsere Perspektive verändern – und so unseren Motivationspegel erhöhen. Denn was wie eine grosse, sich auftürmende Aufgabe aussieht, kann sich als ziemlich belanglos entpuppen und so leichter umsetzbar werden.


Ausserdem können wir eine spielerische Note hineinbringen, wenn wir einen «Wettlauf gegen die Zeit»-bzw. gegen den Timer-beginnen.


Das Wettrennen lenkt unsere Aufmerksamkeit vom Putzen ab und gibt uns einen zusätzlichen Energieschub. Das Bad ist im Nu geputzt (oder eine Aufgabe im Nu erledigt). Darüber hinaus wir haben ein doppeltes Erfolgserlebnis.




3. VIELE SPRINTS STATT EINES MARATHONS


Apropos «iWettlauf» ... Ich muss gestehen, dass ich eine perfekte aufgeräumte und geputzte Wohnung LIEBE. Um das zu erreichen, habe ich immer alles «in einem Rutsch» aufgeräumt und geputzt. Aber mit der Zeit erwies sich dieser Putzmarathon als zu zeit- und energieraubend, um das gewünschte Wohlgefühl zu rechtfertigen – geschweige denn den ganzen Samstag dafür zu «opfern». Jetzt stelle ich mir nach dem Nachhause kommen (also bevor ich in den «Feierabend-Modus» wechsle) den Timer auf eine viertel Stunde und putze und /oder räume in dieser Zeit auf. Es ist erstaunlich, was man in «gebündelten» 15 Minuten alles schaffen kann! Ausserdem ersetzen sieben Sprints meinen Putzmarathon voll und ganz. Am jeweiligen Tag kostet das zwar schon etwas Überwindung, aber dafür habe ich am Wochenende mehr Zeit für die Dinge, die ich wirklich tun möchte.



4. Eine «dufte» Sache


Düfte können sowohl unsere Stimmung als auch unser Wohlbefinden beeinflussen – positiv wie negativ.

Deshalb achte ich sehr darauf, welche Putzmittel ich verwende, denn ich mag es überhaupt nicht, wenn es zu «chemisch» oder zu «künstlich parfümiert» riecht oder gar «stinkt».

Wir wissen, wie Düfte gegen Stress wirken, uns beim Entspannen helfen oder uns stimulieren können. Warum dann nicht das Putzen zu einer «Aromatherapie» machen?


Dafür gibt es unendlich viele Möglichkeiten: Ätherische Öle direkt zum Putzmittel dazu gegeben verbreiten einen natürlichen, frischen Duft. Ein paar Tropfen Lavendelöl auf dem Bettlaken helfen beim Entspannen. Lavendelsamen in der Staubsaugertüte geben ihren Duft bei jedem Staubsaugen frei. Oder du zündest nach dem Putzen eine Duftkerze oder ein Räucherstäbchen an.


Übrigens hat eine niederländische Studie gezeigt, dass Menschen in Räumen, die nach Zitrusfrüchten duften, seltener Schmutz oder Unordnung verursachen. Die Forscher erklären sich das damit, dass wir Zitrusfrüchte mit Sauberkeit in Verbindung bringen und dies unser Verhalten auf einer unbewussten Ebene beeinflusst. Du siehst, es lohnt sich doppelt, mit Düften zu experimentieren!



5. FLÜCHTE IN EINE ANDERE WELT


Statt Musik höre ich auch gern Podcasts und Hörbücher bei der Hausarbeit, gerade bei eintönigen Aufgaben, die nur meine Hände, nicht aber meinen Verstand beschäftigen.


So kann auch die langweiligste Aufgabe spannend werden, denn ich kann die Zeit nutzen, um etwas Neues zu lernen, mich inspirieren zu lassen oder in eine fiktive Welt einzutauchen.


Die Aufgabe an sich wird dann zur Nebensache und im wahrsten Sinne des Wortes «nebenbei» erledigt. Und statt mich davor zu drücken, freue ich mich nun auf diese monotonen Arbeiten, die nun ganz und gar nicht mehr monoton sind.



6. HARMONISCHES GLÜCKSGEFÜHL


Warum geniessen wir es eigentlich so, wenn alles ordentlich und aufgeräumt ist? Weil wir dann die wiederhergestellte Harmonie und Ausgewogenheit spüren. Es kehrt Ruhe ein, wir können uns sowohl besser entspannen als auch leichter konzentrieren.


Diese Freude an der Harmonie wird mehr und mehr zum Trend. Ordentliche Zimmer sind nicht mehr genug, jetzt werden auch Schränke und Schubladen ideenreich organisiert. Und ich muss gestehen, dass auch ich ein grosser Fan davon bin. Meine Wäsche wird nicht nur gefaltet, sondern «kunstvoll arrangiert». Und das zaubert mir jedes Mal ei Lächeln ins Gesicht, wenn ich einen Schrank oder eine Schublade öffne.


Wenn wir unsere direkte Umgebung organisieren und dadurch mit Leichtigkeit ordentlich halten können, dann verleiht das unserem Heim nicht nur eine wohltuende Harmonie, sondern gibt uns auch das Gefühl, dass wir mit unserer Hausarbeit eine Art Bollwerk gegen das Chaos der Welt errichten. So ist das Putzen keine «geistlose» Aufgabe mehr, sondern etwas, das einen grossen Einfluss auf unser Leben und Wohlbefinden hat.


Inspirationen dazu findest du zum Beispiel in den Serien «Tidying up with Marie Kondo» und «Get organized» (Netflix). Das sind übrigens zwei Serien, deren Folgen sich auch sehr gut als «Putzbelohnung» eignen, siehe Punkt 7.



7. BELOHNE DICH!

Man sagt ja eigentlich, dass der Weg das Ziel sei. Ich finde aber, dass besonders bei der Hausarbeit das Ziel das Ziel ist. Deshalb motiviere ich mich oft damit, mir das Endergebnis ganz detailliert vorzustellen, wie es beispielsweise sein wird, gemütlich mit einer Tasse Tee auf der Couch zu sitzen und den Anblick des aufgeräumten Zimmers zu geniessen oder wie es sich anfühlen wird, mich ins frisch bezogene Bett zu legen.

Wenn das nicht ausreicht, dann muss eine motivierende Belohnung her, damit ich mich auf die Erledigung der Aufgabe freuen kann: eine Folge meiner aktuellen Lieblingsserie, ein Kapitel im Krimi, ein entspannendes Bad... Die Vorfreude verleiht mir den nötigen Schwung, um die Aufgabe schnell – und vor allem ohne nervenaufreibendem Hinauszögern - zu erledigen.




8. «GUT GENUG» IST DIE NEUE PERFEKTION


Vielleicht hast du jetzt den Eindruck, dass ich beim Putzen und Aufräumen nach absoluter Perfektion strebe. Aber dem ist ganz und gar nicht so, denn das würde nur unnötig Druck und Stress verursachen.

Ich habe zwei Strategien, die mir dabei helfen, genau das zu vermeiden.


Dass man sich für das Putzen erst einmal «aufraffen» und in Schwung bringen muss, ist - denke ich - ganz normal. Wenn ich aber spüre, dass es mir zu viel Überwindung und Willenskraft kosten würde, dann lasse ich es einfach sein. Es unbedingt erzwingen zu wollen, ist es einfach nicht wert. Ausserdem würde das Putzen dann zu einer unangenehmen Erfahrung und als solche in meinem Gehirn abgespeichert werden. Beides möchte ich tunlichst vermeiden. Aufgeschoben ist ja auch nicht aufgehoben. Und am nächsten Tag geht mir die Arbeit schon viel leichter von der Hand und kann schnell erledigt werden.


Zuweilen ist es auch wichtig, seine Standards zu senken. Denn manchmal ist «okay» gut genug. (Wenn du jemand bist, der eine «perfektionistischen Ader» hat, dann solltest du dir das vielleicht zum Mantra machen.)


Der Gedanke, seine Standards zu senken, kann sich manchmal so anfühlen, als ob wir uns selbst enttäuschen würden. Aber ein Blick auf unsere Prioritäten kann das schnell relativieren. Denn der Verzicht auf ein bisschen Perfektion kann dazu beitragen, mehr «quality time» mit der Familie zu verbringen, einen Spaziergang zu machen oder an einem kreativen Projekt zu arbeiten. Und am Ende des Tages sind genau das die Dinge, die wirklich wichtig sind.



9. BESITZE NUR DAS, WAS DU LIEBST


Hier noch eine ganze anderen Möglichkeit mehr Freude in die Hausarbeit zu bringen:

Sorge dafür, dass du dich nicht um Dinge kümmern musst, die du eigentlich nicht haben willst. Und «Dinge» meine ich hier wortwörtlich.

Denn jeder Gegenstand, den wir kaufen und in unser Heim bringen, stellt eine Verpflichtung dar: Wir müssen ihn «hegen und pflegen».

Und wenn wir nicht mögen, was wir da «hegen und pflegen» müssen, dann fühlen sich Zeit und Mühe vergeudet an.


Umgeben wir uns aber mit Dingen, die wir lieben, dann fühlen sich unsere Anstrengungen sinnvoll und lohnend an – und schenken uns ein kleines Glücksgefühl. Die Freude beim Aufräumen beginnt also schon beim Kauf. Und wenn man das bedenkt, dann kann man sich zudem unnötige Ausgaben (er)sparen.



10. MEDITIEREN STATT «WIRBELN»


Vielleicht wünschst du dir schon länger, achtsamer zu sein, schaffst es aber (noch) nicht, regelmässig zu meditieren? Für mehr Achtsamkeit muss man nicht unbedingt im Schneidersitz und mit geschlossenen Augen auf einem Meditationskissen sitzen.

Wir können achtsam Geschirr spülen, achtsam kochen (und essen), achtsame putzen – fast jede Tätigkeit - und besonders die monotonen - lässt sich achtsam und als eine Form der Meditation tun.


Alles was es dazu braucht, ist die Absicht, dabei ganz im Hier und Jetzt zu sein – mit zielgerichteter Aufmerksamkeit und ohne


wertende Gedanken (wie z.B. «Mir ist langweilig», «Das nimmt ja gar kein Ende»). So schaffest du dir einen Ort, in dem du zur inneren Ruhe kommen und das Gedankenkarussell mal abstellen kannst.


Sollten deine Gedanken dabei abschweifen und du beginnen, über irgendetwas nachzugrübeln oder dir Sorgen zu machen, dann beobachte das für einen Moment, ohne dich hineinziehen zu lassen und kehre dann ganz wertfrei zu deiner Tätigkeit zurück.


Am Ende kannst du dich über zwei Dinge freuen: Die Aufgabe ist erledigt und du hast dir einen achtsamen Moment gegönnt, der dir mehr Ruhe und Gelassenheit schenken wird.


Mein Buch-Tipp: «Die Kunst des achtsamen Putzens» von Shoukei Matsumoto



Du siehst, es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten, sich die Hausarbeit unterhaltsamer zu gestalten. Und da nicht jeder Tag gleich (für mich) ist, entscheide ich immer ganz spontan und nach Lust und Laune, WIE ich putzen oder aufräumen werde.


Haben wir mehr Spass an der Hausarbeit, dann können wir ihr allmählich eine andere Bedeutung geben. Aus etwas, vor dem es uns graut, wird etwas, das Spass macht und an dessen Ergebnissen wir uns erfreuen – auch wenn diese immer nur von kurzer Dauer sind.


Welche «Geheimnisse» oder Strategien hast du, um dir die Hausarbeit angenehmer zu machen?

Ich würde gern davon «hören»!


Ich freue mich auf deine Aha-Momente, Fragen und Kommentare.


#Selbst-Management #Selbstfürsorge

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